Ein Bericht von Uwe

Ein Bericht von Uwe

Multiple Sklerose in Zeiten von Corona, Lockdown, Abstandsregelungen und Hygienekonzepten

Die Corona-Pandemie hat die Welt erwischt und somit unser gesamtes Leben auf den Kopf gestellt.

Nicht nur der „normale“ Alltag mit Homeoffice, geschlossenen Geschäften, Kurzarbeit und kaum noch Freizeitmöglichkeiten sind eingeschränkt sondern auch im besonderem Maße die Welt unserer an MS erkrankten Angehörigen.

Viele wichtige Arzttermine können nicht stattfinden, Krankenhausaufenthalte wurden verschoben und wenn doch durchgeführt, konnten wir unsere Angehörigen nicht im Krankenhaus besuchen. Auch wichtige Medikamente waren nicht verfügbar.
Ein Stress, den wir als Angehörige erst mal wegstecken müssen.

Warum ist mir das einen Bericht hier auf der Seite von Welt-MS-Angehörigen-Tag wert?

Ganz einfach: Ich möchte euch, als Angehöriger, unterstützen und euch wissen lassen, dass ihr nicht mit all diesem Problemen alleine seit.

Auch bei uns zu Hause ging es in den ersten Wochen drunter und drüber.
Ich selbst in´s Homeoffice verband, unser Großer konnte nicht in die Uni und auch der Kleine wurde von seinem Ausbildungsbetrieb freigestellt, da die Fitness-Branche nicht arbeiten durfte.

Also 4 Erwachsene, auf engstem Raum, die Sportvereine geschlossen und kein Ausblick darauf wie lange das dauern soll.

Aber mit viel reden untereinander, Offenheit gegenüber den anderen wie man sich gerade fühlt und was ganz wichtig für uns ist: Nicht nachtragend sein wenn es auf Grund des Lagerkollers mal zum Streit kommt bzw. kam.

Irgendwann konnten wir dann diese doofe Krise für uns auch als Chance sehen. Denn wir sind flexibler, einfühlsamer, liebevoller, hilfsbereiter und toleranter geworden. Auch unser Improvisations- und Organisationstalent wurde herausgekitzelt und auf neue Höhen katapultiert.

Alles in allem ist die Corona-Krise nicht nur ein Fluch sondern vielleicht auch ein Segen, um uns und unsere Familie neu kennenzulernen, zu wissen wer die wahren Freunde sind und wir somit auf allen Beziehungsebenen ein neues Level erreichen.

Ich wünsche allen Angehörigen von Erkrankten viel Geduld, starke Nerven und die guten Erfahrungen, die wir in unserer Familie machen durften.

In diesem Sinne bleibt für eure Angehörigen gesund, seid für sie da und schützt eure Lieben vor der Ansteckung mit Covid 19.

Euer Uwe

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