Ein Dank von Wibke

Ein Dank von Wibke

Hey zusammen,

schaut euch diese Fotos an. Das bin ich.

In der Mitte meines Lebens kam Multiple Sklerose daher.
Von jetzt auf nachher aus dem Leben gerissen. Von einem selbstständigen Menschen zu einem Menschen des mittleren Pflegegrades.

Ich schreibe diese Zeilen für den Menschen, der mich bedingungslos liebt, bedingungslos trägt und stützt, seit dieser Diagnose.
Dieser Mensch, der von Anfang bis jetzt immer zu mir hält, ist mein Ehemann.
Ihm gilt mein ewiger Dank.
Er ist derjenige, der organisiert, trotz seiner vollen Berufstätigkeit!
Mein Mann ist immer für mich da. Er ist in allem stets ruhig! Sozusagen ein Fels in der Brandung.
Eine Wasserflasche auf zu drehen ist schwierig für einen Menschen mit MS! Ebenso das Halten und Führen dieser Wasserflasche.
Einen Menschen an seiner Seite zu haben, der einen begleitet, der einem Tipps gibt, nicht zu verzweifeln ist tröstlich.
Bis heute kann ich weder eine Wasserflasche aufdrehen oder eine volle Wasserflasche anheben! Ich trainiere das täglich! Und auch da braucht man einen Menschen, der einfach da ist und einen trägt, durch den Sturm, den MS hervorgerufen hat.

Meine Multiple Sklerose schrottete eigentlich alles!
Sei es das Gleichgewicht, sei es das Sehen ohne Schmerzen, sei es das Gehen, das Anheben der Arme oder das Führen der Finger.
Auch die Sprache und das Erinnern hat sich meine MS immer wieder ausgeliehen. Sie spielt gerne Streiche! Das Gehen ist mühselig geworden! Bis ein Befehl von meinen Kopf bis runter geht zum Bein und Fuß können manches mal 1-3 Minute vergehen. So wie bei Schlaganfall Patienten eben auch.
Tja, und das ist nun mal nicht lustig, oder?

Doch einen Partner an seiner Seite zu haben, der mit einem dann noch lacht, ist richtig und wichtig! Ja sogar Gold wert!
Dieser Humor tröstet über alles hinweg. Spendet einem die Leichtigkeit im Sein und genau das macht mein Ehemann mit mir: Wir lachen gemeinsam!

Wo andere Menschen das blanke Entsetzten und das Bedauern vorfinden, habe ich einen starken Partner zur Seite, der weiß: Wir waren schon viel schlimmer dran! Denn mein Mann weiß als einziger wie es ist wenn die MS einen im Schwitzkasten hat!
Wenn ich manches mal launisch werde oder gar wütend dann dort sitze und weine und gar übles über mich selbst sage, bremst er mich aus. Er zeigt mir auf, dass dies niemals mein Verschulden ist sondern die sogenannte MS! Wenn ich dann benommen da sitze und traurig schaue wie er mir die langen Haare föhnt, werde ich nachdenklich.
Ich pflegte einst selbst Angehörige. Nun weiß ich, weshalb sie immer alles erst selbst probieren wollten. Jedes mal!
Und nun als selbst Betroffener weiß ich, man möchte einfach jedes mal erkennen, wo stehe ich gerade. Und dann einen Menschen vorzufinden, wie meinen Ehemann, der das mit trägt, ist ein Geschenk.

Ich bin zutiefst dankbar, das es pflegende Angehörige gibt! All ihnen gilt mein Dank!

Meinen Ehemann gilt mein tiefster und innigster Dank!

Wibke S.

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