Hilfe ist keine Selbstverständlichkeit

Hilfe ist keine Selbstverständlichkeit

Es ist 4 Uhr morgens und ich kann wieder einmal nicht schlafen. Für den Tag bedeutet es, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin und meine Familie wieder einmal mehr tun muss als sie eh schon machen.

Dabei ist mir gerade ein Gespräch eingefallen, welches ich nur im Vorbeigehen mitbekommen habe, was mich aber schockiert hat.

Ein Mann redet mit irgendwem am Telefon: „….ich bleib doch nicht nur bei ihr……dafür gibt es doch den Pflegedienst. Ich wisch der Ollen doch nicht den Hintern ab. Kommt kein Pflegedienst, soll sie drin sitzen bleiben. Mir egal, ich geh raus…..“

Über die Worte war ich einfach entsetzt. Ein Typ mit dem Charme einer Mülltonne.

Es geht nicht darum, dass er raus möchte. Das muss ein Angehöriger machen, um Kraft zu sammeln und auch Zeit für sich zu haben.
Es geht auch nicht darum, dass es jemand einfach nicht kann, weil evtl. die Hemmung oder der Ekel zu groß ist jemanden sauber zu machen. Das kann ja wirklich nicht jeder.

Aber es geht um die abfälligen Worte und um die Unlust für jemanden da zu sein, sich um ihn zu kümmern.

Leider ist die Dame, um die es in dem Gespräch ging, kein Einzelfall.
Aber es gibt auch viele Patienten, die helfende Angehörige und Freunde haben.

Auch ich kann mich mehr als glücklich schätzen, dass ich eine Familie und auch Freunde habe, die immer und jederzeit, in welcher Form auch immer, für mich da sind.

🍀🍀❤❤🍀🍀

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